akutes Delirium tremens 1


„Willst du mit mir tanzen, Mylady?“ ist ein 
Gedicht aus dem Buch : akutes Delirium tremens. Es ist das erste Gedicht und der Grund für die
 Entstehung dieses Buches, das ich nach und nach hier veröffentlichen werde.

Dies ist weder der Anfang noch das Ende der Geschichte. Ich habe es nicht auf Tatsachen oder feste Bedeutungen hin geschrieben, sondern als Versuch, eine Seele zu lesen, die ich spürte, deren Wärme mich berührte – eine Seele, die nach sich selbst sucht. Ich suchte nach ihr, und in dem Moment, in dem man sie findet, gerät man in einen inneren Konflikt, verursacht durch die unvorhersehbaren und ungerechten Lasten des Lebens. Wenn man sich in der verborgenen, inneren Seite eines anderen erkennt, spreche ich hier nicht von der Beziehung zwischen Ich und Du, noch zwischen äußerem Schein und innerer Wahrheit, die nur durch gemeinsame Erfahrung erkennbar ist, und auch nicht von Zerbrechlichkeit oder Stärke. Erinnerungen sind lediglich materielle Lasten, die Körper und Geist beschweren. Der Mensch ist ein Wesen, das ständig vom Fallen bedroht ist, doch in ihm lebt die Fähigkeit, weiterzumachen.

Tanzen ist zum Beispiel ein existenzieller Akt, der über bloße körperliche Bewegung hinausgeht – eine Sprache der Seele und ein Mittel, um Brüche zu überwinden. Tanz und Liebe sind Erfahrungen voller Angst, Staunen und der Möglichkeit zur Wiedergeburt des Selbst.

Zögern ist zweifellos Teil des Menschseins, doch es ist keine Schwäche und kein Hindernis für neue Schritte. Es ist ein wertvoller menschlicher Aspekt, der das Bewusstsein des Selbst und die Wahrnehmung des Anderen reflektiert.

Die Konflikte und Widersprüche des Menschen enden nie. Antworten entstehen selten aus vorgefertigten Schablonen; sie entstehen durch unseren mutigen Umgang mit der Realität, durch die Bereitschaft, unsere Ängste zu überwinden. Unsere Ängste liegen nicht in Perfektion oder Kontrolle, sondern in der Courage, am Tanz des Lebens teilzunehmen – mit all seinem Stolpern und Durcheinander.

Dies ist ein Wirrwarr existenzieller Meditation: zwischen Erinnerung und Vergessen, zwischen Zerbrechen und der Fähigkeit, wieder aufzustehen. Stell dir vor, du überlebst mit einem kleinen Schritt in einem großen, endlosen Tanz.






? Willst du mit mir tanzen, My lady


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Sie fiel wie ein Blatt im Herbst
auf ein Feld, das keinen Namen hatte
sie ist nördlich wie der Wind
als der Wind noch keine Absichten hatte
und der Himmel keine Konturen.

Sie ging – oder auch nicht.
Sie stolperte.
Sie suchte in den Gesichtern
nach einem Schatten, der ihr gleicht.

Sie war nicht gebrochen,
nur gebeugt von der Last der Erinnerungen
und von einer inneren Stimme,
die wie ersticktes Schreien in Albträumen klang.


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In jenem Feld
fand sie niemanden,
aber sie fand sich selbst.
Sie atmete.
Sie hörte auf den Rhythmus des Lebens,
als ob die Erde ihr ein leises, verrücktes Lied der Rettung spielte.

Der Schmerz war schwer.
Doch da war eine Hand, warm,
die sie nicht berührte,
nur nahe ihres Herzens vorbeistrich
wie die Wärme von Kaffee
an einem verschneiten Wintermorgen

Als ob jemand sagte, ohne Worte
„Ich bin hier… "Weine nicht allein.“


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Sie hatte Angst –
nicht vor der Liebe,
sondern davor, der Spiegel eines anderen zu sein,
bevor sie ihre eigenen Züge erkannte.

Angst, dass jemand in ihr erblüht
und sie dann als leere Vase zurücklässt.

Angst, ein Haus am Strand eines anderen zu bauen,
nur um von den Wellen des Über-Ichs zerstört zu werden.

Doch sie begann zu tanzen.
Schritt für Schritt.

Dann drehte sie sich, blickte in sich hinein und sagte:

„Ich brauche keinen Himmel zum Fliegen.
Dieser Körper reicht … solange ich ihn nicht verrate.“


---

Liebe, der Tanz ist nicht nur Bewegung.
Er ist die Art des Herzens, zu vergessen, wie es zerbrach,
und wieder zu lernen zu flattern.

Tanze – und sorge dich nicht.
Nimm die Hand der Sehnsucht
und tanze mit ihr,
als sei die ganze Welt Musik.

Als wärst du die letzte Überlebende eines Sturms,
den niemand hörte.
Als wärst du die erste Frau,
die ihr Herz anspricht und ihm glaubt.


---

Deine Schritte –
wie verlorene Noten,
auf der Suche nach ihrem ersten Lied.

Und ich war da.
Ich beobachtete den Rhythmus, den sonst niemand kennt.
Oder ich war gar nicht da.

Hast du mich gesucht?
Oder einen leichten Schatten,
der dich begleitet, ohne zu fragen:
„Wohin?“


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Erinnerst du dich an diesen Moment,
an genau diese eine Seufzer?
War es mein Parfüm,
oder hat dich die Wärme wirklich erreicht
mit diesem Atemzug?

Ich spürte, dass du eine Tänzerin der Angst und des Schweigens warst,
dass du deinen Schmerz vergaßt,
wie ein Verbannter seine Heimat vergisst.

Du lächeltest still und sagtest zitternd:
„Ich… Ich… Ich habe begonnen, zu tanzen.“


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Willst du mit mir tanzen, Mylady?
Nicht Festtanz, sondern Tanz der Rettung.
Tanz derer, die gefallen sind
und wieder aufstehen,
ohne auf Applaus zu warten.

Willst du mit mir tanzen,
im Rhythmus verlorener Jahre,
in der Melodie der Enttäuschungen,
die zu Lektionen wurden,
im Rhythmus deiner Blicke,
wenn du mich ansiehst oder wegschaut,
doch dein Herz ist noch hier.


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Ich verlange kein Versprechen.
Ich halte deine Hand nicht,
um sie nicht loszulassen.
Ich will nur …
der zweite Takt nach dir sein,
dir sagen:
„Es ist okay, wenn du Angst hast.“

Denn der Tanz hat seine eigenen Rhythmen,
und die Liebe hat eine noch schönere Ehrfurcht.


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Im fünften Herbstwind
hattest du ein paar Enttäuschungen hinausgezögert.
Du sagtest: „Mir geht es gut“,
und schriebst auf das Glas deines Herzens: „Rette mich.“

Ich sehe dich jetzt langsam gehen,
als hättest du Angst, etwas Schlafendes in deiner Brust zu wecken,
als würdest du an einem Strand voller Erinnerungen entlanggehen.

Jeder Schritt bedeutet, dass du noch lebst … trotz allem.


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Du weißt, dass du noch lernst, zu stehen,
und dass die Welt niemanden verschont, der spät aufsteht.
Aber du versuchst es.

Sag mir:
Hat dich die Musik immer noch Angst gemacht?
Jedes Mal, wenn du sie hörst, erinnerst du dich daran,
dass du vergessen hast, die Augen zu schließen
und deinen Körper schweben zu lassen?


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Ich verlange keine Liebe,
nur einen Herzschlag …
die Tür zum Licht zu öffnen,
wenn auch nur für eine Sekunde.

Erlaube der Welt zu sehen,
wie schön du bist, wenn du ohne Plan lachst.

Als ich dich traf,
gab es keine Worte zwischen uns.
Nur warme Luft,
die von meiner Brust zu deiner strömte.


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Willst du jetzt mit mir tanzen, Mylady?
Willst du meine Hand halten?
Nicht um wegzugehen,
sondern um zurückzukommen.

Dorthin, wo du dich selbst verlassen hast,
eine Frage ohne Antwort,
ein Blatt ohne Baum,
ein Schritt ohne Absicht.

Der Norden kennt kein Erbarmen mit den Verlorenen,
aber er hat dir eine Bühne aus nassem Gras geboten,
um die Siegeserklärung zu lesen:
„Genug … ich fange hier an.“


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Du hast dich nicht der Einsamkeit ergeben,
noch der einseitigen Liebe.
Du hast manchmal gelacht,
doch dein Herz setzte zweimal vor jedem Schlag aus.

Du kanntest die Liebe,
aber weil du so lange darauf gewartet hast,
begannst du zu zweifeln,
ob sie überhaupt jemals auf dich wartete.

Ich sah dich einen Namen auf das Zugfenster schreiben,
dann bevor er vollendet war, wegwischen.
Als würdest du fürchten, dass jemand laut sagt:
„Du bist nicht allein.“
Oder hast du nur eine halbe Herzhälfte gezeichnet?


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Ich verlange nicht deine volle Gegenwart,
denn ich liebe die Seelen, die noch auf der Suche nach sich selbst sind.
Ich liebe das Zögern in deinen Augen,
die Träne, die zurückweicht, bevor sie fällt,
als hätte sie Angst, missverstanden zu werden.


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Erinnerst du dich?
Als du den Himmel in einer stummen Sprache fragtest:
„Verdiene ich es zu tanzen?“
Da antwortete dir die Erde mit einem leisen Beben:
„Versuch es … "Nur versuch es.“


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Ich bin hier, besitze nichts,
außer ein Herz und eine traurige Melodie.

Habe ich eine Chance, jetzt mit dir zu tanzen, Mylady?
Oder vielleicht nicht jetzt?
Vielleicht erst dann, wenn dein Schmerz meine Wärme spürt …
und lächelt.


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Jedes Sonnenlicht, jeder Regenfall,
jede Einsamkeit, jedes erste Laufen eines Kindes,
jedes Gefühl von Kälte und Wärme,
jeder Atemzug, jede neue Hoffnung –
alles wird Teil unseres Tanzes.


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Hier strecke ich mein Herz zu dir aus,
wie eine Hand, die durch die Wellen einem Ertrinkenden gereicht wird.

Willst du mit mir tanzen, Mylady?
Nicht aus sofortiger Liebe,
nicht mit geschmückten Versprechen,
sondern ein gemeinsames Leben,
das wir zusammen betanzen.

Und selbst wenn wir stolpern,
werden wir lachen,
denn das Leben ist ein unbeholfener Tanz.
Aber der Erste, der den Schritt wagt,
wird gerettet sein.


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Hamburg, 2025



Bis zu einem neuen Delirium









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