ADT4/steh nicht wie ein Nagel
Dieser Anfall von Delirium war wegen einer Frau, die auf ihrem Schweigen beharrte.
Es spielt keine Rolle, ob du wütend bist, ein verzweifelter Liebender oder gefangen zwischen dem Bedürfnis nach einer einfachen Antwort und der Unfähigkeit dieser Frau, irgendein Zeichen zu geben.
Die Gefühle vermischen sich in dir und verstärken dein Umherirren über dein Verlorensein hinaus. Denn Schweigen in einer Ansprache ist keine Neutralität, sondern eine Strafe – wie eine Einzelhaft. Und alles, was du brauchst, um in diesem Gefängnis bei klarem Verstand zu bleiben, ist ein einziges Wort, das dieses Schweigen bricht – selbst wenn es verletzend wäre.
Oder nur ein kleines Wort, das dir das Gefühl gibt, in ihrem Herzen zu existieren – selbst durch Ablehnung.
Ja, Zustimmung und Ablehnung gehen beide durch das Herz. Und dies ähnelt in gewisser Weise dem Kampf der Spermien, ihrem Wettlauf, um eine Eizelle zu befruchten: In diesem Rennen kann niemand vorhersagen, wie das Ergebnis aussehen wird, auch wenn wir die geschicktesten Wesen in der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten wären. Millionen treten an, doch nur ein einziges Spermium gewinnt, um von der Eizelle umarmt zu werden. Und in diesem Moment beginnt das Leben.
Aber die Frage bleibt: Verdient dieses Spermium den Sieg über die Eizelle, oder hat die Eizelle ihm erlaubt, zu gewinnen?
Und ich sage: zu gewinnen über sie – denn sie ist das Zentrum des Rennens.
Auch sie spürt jene innere Bewegung auf sie zu, gegen die Grausamkeit des Schweigens ringsum, sodass sie von der Sehnsucht nach Nähe umgeben bleibt.
Doch ist diese Sehnsucht bedingt? Oder noch unvollständig in ihren Konturen? Oder ist sie ein unbewusster Drang?
Oder gar eine unterdrückende Macht, die Ordnung mit Gewalt erzwingt?
Das Schweigen ist hier keine Neutralität, sondern Unterdrückung – ein Werkzeug der Folter. Schweigen wird zu einem Akt des langsamen Tötens, unsichtbar, aber vernichtend für die Seele.
Hier vermischt sich Hoffnung mit Erstaunen:
Die Hoffnung – ein einziges Wort von ihr, das wie Luft wäre, die vor dem Ersticken rettet.
Das Erstaunen – ihr völliges Erstarren, als wäre sie in ihrem Platz versunken, wie ein starrer Nagel, der dort steht – ohne Leben..
steh nicht wie ein Nagel
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Sag etwa
auch wenn es ein Fluch ist,
oder ein Lob, getränkt mit Spott…
Sag: „Du bist lästig!“
Egal…
ich ertrage es nicht mehr,
das Geräusch der Stille, die zwischen uns patrouilliert wie ein Polizist.
Sag etwas,
öffne ein Fenster in deiner kalten Mauer,
lass mich dich sehen – auch nur durch ein Nadelöhr.
Bist du nicht müde, die Rolle der Statue zu spielen?
Ist es möglich,
dass du meine Gedichte unter deinen Füßen sterben lässt
wie Asylanträge, die du nicht unterschreibst?
Ist das dein Herz? Oder ein Migrationsamt?
Ich verlange keine Aufenthaltserlaubnis!
Nur einen Blick – aus deinem Herzen.
Meine Dame,
sogar Eisen dehnt sich in der Wärme aus.
Warum verengt sich also dein Herz
vor meiner Wärme,
vor der Poesie, die für dich wächst – ohne deine Erlaubnis?
Sag etwas,
ich schwöre, ich werde die Wahrheit ertragen.
Meine Teure,
alle Länder, die mich kolonisiert haben,
waren barmherziger als du.
Du praktizierst dein Schweigen,
als wärst du ein Staat,
der sich weigert, mich anzuerkennen.
Sag es doch wenigstens einmal:
Sag „Nein“,
und falte mich zusammen wie alte Gerichtsakten.
Aber schweigen?
Das ist, als würdest du ein neues Verbrechen erfinden,
namens: Töten durch Geduld.
Ich will nur, dass du sprichst…
auch wenn es nur ein einziges Wort ist,
ähnlich dem Zittern eines Kindermundes,
der versucht, meinen Namen zum ersten Mal zu sprechen.
Sag etwas…
rette mich vor diesen Gedichten,
die mich ohne meine Erlaubnis schreiben,
vor diesen Gefühlen, die mich verzehren.
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Wenn du nicht antwortest,
wirst du wie ein geschlossenes Fenster
in einem staubgefüllten Haus.
Ich sehe dich… aber keine Luft erreicht mich von dir.
Ich will dich hören,
selbst zufällig,
dein Herz öffnen,
wie man ein Zugfenster öffnet,
und daraus weht ein Leben,
von dem ich nicht wusste,
dass ich ohne es sterbe.
Ich habe nicht viel verlangt…
ich habe keine Liebe gefordert,
nur deine Stimme…
dass du mir sagst, ob du fühlst.
Gibt es in dir irgendeinen Puls,
oder bin nur ich es,
der im Dunkeln
zittert?
Du schweigst wie ein ferner Stern,
der leuchtet… und nicht antwortet.
Sag mir nur,
brennst du wie ich?
Sag etwas,
steh nicht wie ein Nagel.
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